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Wohngruppe Mandela (Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge)

Zielgruppe / Adressaten

In der Mandela-Wohngruppe leben überwiegend ausländische Jugendliche verschiedenster Nationalität im Altersbereich von etwa 13 bis 18 Jahren. In den vergangenen Jahren wurden so Kinder und Jugendliche mit etwa25 Nationalitäten betreut, zumeist aus Asien und Afrika, teils auch aus Osteuropa. Die meisten Jungen sind Asylbegehrende, welche ohne familiären Rückhalt in Deutschland sind, und so durch ein spezielles Angebot der Jugendhilfe betreut und gefördert werden müssen.

 Räumlichkeiten/Lage

Die Mandelagruppe bewohnt ein zentral liegendes Gebäude im Heimgelände des Jugendhilfezentrums. Im Freizeitbereich können daher alle Ressourcen genutzt werden. Zur Gewährleistung der notwendigen Mobilität in der ländlichen Region des Jugendhilfezentrums verfügt die Gruppe über einen eigenen Kleinbus.

 Konzeption/ Arbeitsweise

Die Aufnahme erfolgt zumeist im Rahmen einer Inobhutnahme; zum späteren Zeitpunkt der Ausländer-rechtlichen Umverteilung zu den einzelnen Kreis- und Stadtverwaltungen in Rheinland-Pfalz, und nach Rücksprache mit den dann zuständigen Jugendämtern wird im Rahmen der Hilfe zur Erziehung (§ 34 KJHG) gearbeitet.
 
In der ersten Betreuungsphase geht es zum einen zunächst um das Sicherstellen der primären Lebensbedürfnisse, zugleich aber auch - und noch wichtiger - um das Annehmen des Jungen in seiner spezifischen, zumeist angstbesetzten Situation des „Alleine-seins“ im fremden Land, in der Regel ohne jede Kenntnis von Sprache, Kultur und Lebensverhältnissen der bundesdeutschen Gesellschaft. Wir bemühen uns gemeinsam mit dem Jungen um Abklärung, ob und ggfs. wo in Deutschland evtl. Verwandte oder Bekannte leben. Diese versuchen wir zu kontaktieren und in Absprache mit dem jeweiligen örtlichen Jugendamt zu prüfen, ob der Junge dort womöglich eine Lebensperspektive haben kann. In Einzelfällen gelingt so die Vermittlung in ein familiäres Umfeld.
 
Nachdem das Ruhen der elterlichen Sorge vormundschaftsgerichtlich festgestellt wurde, wird zunächst eine Amtsvormundschaft eingerichtet, um das Asylverfahren auf den Weg zu bringen, später bemühen wir uns um die Vermittlung von Einzelvormundschaften.
 
Der Junge wird im Asylverfahren, u.a. bei der Anhörung begleitet, bei Vorliegen der notwendigen Voraussetzungen wird ggfs. auch ein Widerspruchsverfahren eingeleitet und juristischer Beistand vermittelt.
 
Parallel zu diesen Angeboten versuchen wir von Beginn an, die deutsche Sprache und die gesellschaftlichen Verhältnisse zu vermitteln. Die sprachliche Förderung findet dabei zunächst durch die Betreuer statt, später in Form von Kursen und vorschulischen Maßnahmen durch entsprechende Fachkräfte.
 
Das Asylverfahren und die weitere ausländerrechtliche Klärung kann womöglich mehrere Jahre dauern, ohne dass vorab der Ausgang des Verfahrens absehbar ist. Daher wollen wir diese wichtige und weichen-stellende Phase im Leben unserer Jugendlichen nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern bemühen uns sehr um adäquate und realistische Förderungsmöglichkeiten im schulischen und beruflichen Bereich.
 
Nach einigen Monaten der sprachlichen Grundförderung innerhalb des Jugendhilfezentrums oder in Kooperation mit externen Partnern bemühen wir uns um eine weitere Förderung mit dem Besuch einer öffentlichen Hauptschule oder eines Berufsvorbereitungsjahres.
 
Sofern die schulischen und sprachlichen Voraussetzungen vorliegen, kann nach Absprache mit dem Jugendamt eine Berufsausbildung absolviert werden (heimintern; ggfs. auch extern, sofern die erforderliche Arbeitsgenehmigung beschaffbar ist und der Junge diesen erhöhten berufsschulischen Bedingungen gewachsen ist).
 
Eine spätere Betreuung im Rahmen des „Betreuten Wohnens“ ist möglich und wird auch altersentsprechend angestrebt. Da es in der Vergangenheit bei vielen der in der Gruppe Mandela betreuten ausländischen Jungen zu massiven Beziehungsbrüchen kam, versuchen wir eben diese zu vermeiden, so dass das „Betreute Wohnen“ unserer Jungen in der Regel auch von den vertrauten Erziehern durchgeführt wird.

 Team

Das Betreuerteam der Mandelagruppe setzt sich aus 5 berufs- und lebenserfahrenen Kollegen/innen mit 4,5 Stellen zusammen. Dabei sind mit Diplompädagoge, Erzieher, Lehrer, Krankenschwester und auch vormaligen Handwerkerabschlüssen unterschiedliche Professionen vertreten, welche wir als Ressourcen für die praktische Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen nutzen.

Fremdsprachenkenntnisse in Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch und Spanisch sind im Team vertreten.  Mit der langjährigen Teilnahme an den bundesweiten Fachtagungen des "Bundesfachverbandes Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge" informieren wir uns über aktuelle Entwicklungen im Asyl- und Ausländerrecht, aber auch über die Arbeitsweisen von Kollegen in anderen Einrichtungen und Bundesländern.

 

Zum Gesamtüberblick Bereich Hilfen zur Erziehung

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